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Kreative Köpfe haben kreative Ideen und diese nicht zu wenig. Ist Kreativität das Gold der Zukunft oder nur eine flüchtige Fata Morgana von heute? Wie stellt man sicher, dass aus einer kreativen Designidee ein tragfähiges Geschäftsmodell oder gar ein etabliertes Unternehmen wird? Wir vom Creative Hub befassen uns täglich mit Designern, welche mit dem Gedanken spielen sich mit ihren innovativen Produkten und Dienstleistungen selbständig zu machen.

Deshalb möchte ich mit diesem Beitrag aufzeigen, mit welchen Fragen sich Designer im Kontext der Gründung befassen, wie der Creative Hub den Designern schweizweit in der Seed- und Startup-Phase hilft und wo ich die grössten Stärken und Schwächen von Design-Startups sehe. Abschliessend möchte ich darauf hinweisen, wie der Creative Hub mit dem Impact Hub Bern und anderen Initiativen in der Berner Design Initiative zusammenarbeiten.

Das grosse Fragezeichen vor der Gründung

Junge und teils auch etablierte Designer aus den verschiedensten Fachrichtungen, wie dem Textildesign, Corporate Design, Grafik Design, Interface Design, Lichtdesign, Schmuckdesign und dem weit gefassten Produktdesign kommen mit ihren Ideen und dem Gründungswunsch zu uns. Die Ideen befinden sich dabei in den unterschiedlichsten Entwicklungsphasen und werden meist von einer unfassbaren Leidenschaft des Ideengebers begleitet. Das sich der Gründer mit der Idee aber erst ganz am Anfang seines Marathonlaufes befindet, ist den wenigsten Designern bewusst. Manch ein Akteur wägt sich mit einer guten Idee schon auf halber Strecke beim Lauf zur erfolgreichen Selbständigkeit. In den Gesprächen bei uns wird dem Designer oft erst das volle Ausmass einer angehenden Gründung bewusst. Es kommen dabei immer wieder folgende Fragen auf, welche einer Klärung bedürfen:

  • Befriedigt mein Produkt die Bedürfnisse von künftigen Kunden? Sind die potenziellen Kunden bereit den geforderten Preis zu bezahlen?
  • Wie ist die Markt- und Wettbewerbsstruktur aufgebaut?
  • Wie kann ich den Vertrieb und das Marketing optimal ausgestalten?
  • Lässt sich meine Idee schützen?
  • Kann mein Produkt zu dem geplanten Preis hergestellt werden? Was kostet mich der Vertrieb? Ab welchen Absatzmengen wird mein Projekt profitabel?
  • Wie erstelle ich einen Business- und Finanzplan?
  • Ist mein Gründerteam vollständig? Welche personellen Ergänzungen wären sinnvoll?

Dabei handelt es sich nur um einen groben Auszug der gängigsten Fragen. Jedes Projekt wirft zudem eine grosse Menge an spezifischen Fragen auf.

Das umfassende Angebot des Creative Hub

Um den Designern auf dem Weg zur Selbstständigkeit möglichst viele Fragen zu beantworten hat der Creative Hub drei Dienstleistungsbausteine entwickelt.

Creative Committed: Zweimal im Jahr können sich Designer im Kurs Creative Committed, mit seinen sechs Modulen, das notwendige Basiswissen für die Gründung aneignen. Verschiedene Fachreferenten vermitteln Wissen zur Entwicklung der Value Proposition sowie dem Geschäftsmodell, zur Markt- und Wettbewerbsanalyse, zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, zur Finanzplanung, zum Branding und zu Rechtsfragen.

Creative Link: Designer können sich zudem auf das “one-to-one“ Coaching-Programm Creative Link bewerben. Im Monatsrhythmus werden die ausgewählten Gründer von Fach- und Branchenexperten durch massgeschneiderte Coachings unterstützt. Dabei kann beispielsweise der Zugang zu Produzenten in der Uhren- oder Schmuckindustrie hergestellt werden oder ein individuelles Vertriebssystem entwickelt werden.

Creative Plattform: Gerade in der Seed- und Startup-Phase greifen Designer gern auf das Angebot der Creative Plattform zurück. Der Creative Hub schafft dadurch erleichtert einen Zugang zu Messen und Pop-Up Stores um erste Kundenkontakte zu erleben, und ermöglicht ein gemeinsames Vermarkten über die webbasierte “Vitrine” des Creative Hub.

Im März/April 2017 haben rund 16 Designer, welche einem der Creative Hub Programme angehören vereinfacht am Swiss Design Market in Bern ihre Produkte ausstellen und verkaufen können. In der Galerie am Ende des Artikels sind einige Bilder des Pop-Up Stores.

Das Schöpfen des Potenzials von Design Startups gelingt im Team

Seit Herbst 2016 ist der Creative Hub eine der Gründungsinitiativen der Berner Design Initiative. Wir sind der Ansicht, dass durch das Zusammenwirken des Impact Hub Bern, der HKB, der Berner Designstiftung und des Creative Hub Synergien im Grossraum Bern optimal gebündelt werden können um aktive und angehende Designer im Bereich des Design Entrepreneurship bestmöglich zu unterstützen. Über unser schweizweites Engagement für Designer wirken wir deshalb zusätzlich mit im Grossraum Bern das Designcluster zu stärken. Mehr zur dieser vorbildlichen Initiative findet man hier: www.designinitiative.ch.

Über den Creative Hub

Der Creative Hub ist als gemeinnütziger Verein organisiert, wird von einer Geschäftsstelle mit drei Personen betrieben, ist mit wichtigen Organisationen der Designförderung vernetzt und wird durch einen Beirat begleitet. Rund 50 Fach- und Branchenexperten aus allen Schweizer Regionen unterstützen angehende Designer auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Weitere Infos: www.creativehub.ch

Der Creative Hub wird ermöglicht durch:
mengagement

und ist Teil der Berner Designinitiative:

design initiative

Claudius Habisreutinger

Claudius Habisreutinger

Dr. Claudius Habisreutinger leitet die Geschäftsstelle des Creative Hub und coacht Designer/innen. Die Schweizer Startup Szene ist ihm seit mehreren Jahren bekannt. Er arbeitete über drei Jahre beim Ostschweizer Inkubator Startfeld als Coach und war Mitglied in der Geschäftsleitung. Claudius studierte an der Universität Hohenheim Wirtschaftswissenschaften mit einem Schwerpunkt auf Entrepreneurship. An der Universität St. Gallen hat Claudius am Schweizerischem Institut für Klein- und Mittelunternehmen zum Thema Hyper Growth Startups promoviert.