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Viele wollen sich für Flüchtlinge engagieren, doch meist bleibt es beim Gedankenspiel – schliesslich ist man mit Job, Familie, Freizeit doch eigentlich schon ganz beschäftigt und so geht die gute Absicht im Alltagsgeschehen unter. Einige ringen sich dann doch durch, so wie die Powercoders, das Netzwärk und SINGA, welche du alle im Impact Hub Bern treffen kannst. Dass man aber nicht gleich ein Social Startup gründen muss, um etwas zu bewegen, zeigt Adrian Burkhalter von Swisscom: Im Rahmen des Swisscom internen Programms Give & Grow lancierte er sein eigenes Projekt und führte es dann bei uns im Impact Hub Bern durch:

 

Adrian, worum geht es in deinem Projekt?

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Im November 2015 startete ich das Pilot-Projekt “Computer-Grundlagen für Asylsuchende”, bei dem ich mit einem ersten Lernenden-Team jeweils 2-tägige Kurse durchführte. Wir starteten in der Kollektivunterkunft Riggisberg und führten den Kurs anschliessend in fünf weiteren Kollektivunterkünften durch.

Mitte 2017 hatte ich dann die Idee, einen Fortsetzungskurs für Fortgeschrittene zu organisieren, also für Asylsuchende die in einer kleineren Gruppe noch mehr Lernen möchten. Dadurch entstand das NGG-I-Projekt (NGG-I = Next Generation Give & Grow Impact).

Bei einem Event im Impact Hub Bern mit unseren Lehrlingen, kam ich auf die Idee diese Räumlichkeiten zu nutzen. Durch unsere Partnerschaft war das kein Problem und so konnten dann an fünf Nachmittagen im Oktober mit 12 Asylsuchenden den Kurs durchführen.

 

Wie wird das Projekt von der Swisscom unterstützt?

Jeder Swisscom-Mitarbeiter darf sich pro Jahr auf Arbeitszeit 1 Tag an einem gemeinnützigen Projekt freiwillig beteiligen. Dieses Programm heisst Give&Grow. Ich wurde stark ermutigt, nach dem Pilot im 2015 weiterzufahren und konnte auch ein Kernteam von Lernenden gewinnen, welche mich unterstützen. Dieses Kernteam formiert sich laufend neu, gemäss der Auslastung der Lernenden.

 

So einen Kurs zu organisieren und durchzuführen ist aber vermutlich mehr als nur 8 Stunden Aufwand pro Jahr. Wie viel Zeit und Aufwand steckt hinter diesem Kurs?

Für die Lernende erstelle ich ein Projekt, auf das sie sich intern bei der Swisscom bewerben können – für sie ist es also Arbeitszeit. Neben dem Kernteam haben sich zum Beispiel für den Kurs im Impact Hub insgesamt 27 Lernende als Helfer beteiligt. Was meine Zeit angeht…da wollen wir lieber nicht darüber reden.

 

Das ist ja nicht dein erster und auch nicht dein einziger Einsatz für Flüchtlinge. Wie fing dein Engagement an?

Über Weihnacht 2013/14 beteiligte ich mich mit meiner Frau an einem Hilfseinsatz unter Flüchtlingen in Griechenland – dort hat es uns den Ärmel reingezogen. Daraus entstand die Idee, in der Schweiz bzw. mit Swisscom-Lernenden so etwas ähnliches zu machen. Ich teilte diese Erlebnisse mit meinen Lernenden und fand schnell breite Unterstützung. Seit Frühling 2014 auch in Jordanien tätig, wo ich regelmässig an Hilfseinsätzen der Stiftung NOIVA mithelfe.

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Was ist deine Motivation, dich so einzusetzen? Und wie motivierst du die Lernenden dazu?

Uns geht es gut, wir lebe im Überfluss – da ist es für mich eine Selbstverständlichkeit Menschen die am Rand stehen und diese Chancen nicht hatten zu helfen. Vor meinem Engagement für Flüchtlinge habe ich mich auch bereits bei anderen Einsätzen engagiert. Für mich gehört das alles zum “sich verschenken”.

Ich erzähle meinen Lernenden viel von meinen Erlebnissen und meiner Überzeugung, etwas zurückzugeben. Zudem thematisiere ich das “Give&Grow” der Swisscom, was ich einen fantastischen Ansatz finde. Ausserdem erhalte ich von allen Helfern durchwegs extrem positive Feedbacks. Durch diese Kurse wird in ihren Herzen etwas bewegt. Denn am Abend ist man total müde, aber glücklich: Man verschenkt sich und ist doch selber der Beschenkte.

 

Danke dir, Adrian. Gibt es noch irgendwas, das du hinzufügen möchtest?

Ich freue mich sehr, dass ich die Möglichkeit habe, so etwas durchzuführen.

AdrianBurkhalter Adrian Burkhalter, Lernendenbetreuer Swisscom