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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit be-advanced entstanden. Du findest ihn auch hier

Ziel der 3-monatigen be-advanced Challenge ist es, als Startup die eigenen Annahmen zu überprüfen und am Markt zu validieren. Die Teilnehmenden lernen die richtigen Fragen zu stellen, direkt auf den Kunden zuzugehen und herauszufinden, ob diese dann auch wirklich für das Produkt oder die Dienstleistung bezahlen. So betont Michael Sauter, Head-Coach der Startup Challenge vor den Pitches auch: «Für uns ist es absolut OK wenn ein Team beschliesst aufgrund der Erkenntnisse das Projekt zu stoppen.» Yacine Bouzdia von be-advanced fügt hinzu: «Während der Challenge gibt immer einen Tiefpunkt, wenn die Teams merken: Es funktioniert nicht so wie gedacht.»

An den Final Pitches präsentieren die Startups ihre Erkenntnisse und Fortschritte der drei Monate. Anwesend sind neben der sechsköpfigen Jury auch eine Handvoll Gäste, die meisten sind Investoren und erfolgreiche Unternehmer. Die Stimmung ist ausgelassen, obwohl der Nachmittag mit sieben Präsentationen ziemlich lang ist:

Die Jury zeigt sich beeindruckt: «Eine ziemlich diverse Truppe und auch sehr unterhaltsam», findet Markus Popp. «Viel interessanter als die üblichen Startup-Pitches, bei denen es nur darum geht, wie grossartig ihr Produkt ist», ergänzt Carole Ackermann.

Doch zurück zu den Startups: Wie ist es ihnen in der Challenge ergangen? Wie hat sich ihr Projekt weiterentwickelt? Was erzählen sie in ihrem Pitch und wie beurteilt sie die Jury? Wir haben uns drei Cases herausgepickt:

Ein Drittel der 6jährigen hat bereits ein Smartphone, sie verbringen damit mehr als >15h pro Woche Gleichzeitig bewegen sich 80% der unter 14jährigen nicht genug. Könnte man dem nicht mit einem Game Abhilfe schaffen? Das war Stéphanies Beweggrund für Fitter Kids. Im Verlauf der Challenge trifft sie Kinderbuch-Autoren und Gamedesigner; sie informiert sich über die Statistiken und Business Modelle bei solchen Apps. Dabei wird klar: Das wird wohl nichts. Sie stoppt das Projekt. Ihr Fazit? «Ich hatte selbst eine sehr steile Lernkurve. Nächstes Mal würde ich erst starten, wenn ich ein gutes Team habe, dass mich auch bei den Tiefpunkten mitreisst und unterstützt.» Für dieses Vorgehen und die dabei gewonnen Erkenntnisse bekommt sie von der Jury ein Zertifikat.

Ein Pflaster, dass Stürze registriert, so dass man diese schnell findet – klingt revolutionär, oder? Leider ist das weder bei Altersheimen noch mobilen Pflegediensten das relevante Problem. Und so kam es für Aide-Moi zum einem Pivot während der Challenge. Es gibt noch kein Zertifikat, sondern eine Verlängerung: Das Team bekommt nochmals Zeit und Coaching, um ihre Idee zu verbessern.

Seit über 10 Jahren ist Elisabeth im Theaterbetrieb unterwegs und genauso lange verbindet sie schon Kreativität mit gutem Management. Durch ihre Anstellung war sie aber auch örtlich gebunden, sie kam nicht mehr dazu herumzureisen und sich anzusehen was andere machen – und da ist sie nicht die Einzige. Ihre Idee deshalb: SpectYou, das Netflix fürs Theater. Eine Plattform auf der man Theatervorstellungen streamen kann. Klar, das ist eine Nische, aber eine Nische die sie bestens kennt und in der sie hervorragend vernetzt ist – und eigentlich hat sie von einzelnen Theatern bis zu Ausbildungsschulen schon alle überzeugt. Auch die Jury ist überzeugt: Das Zertifikat bekommt sie ohne eine Minute Diskussion – und vielleicht sogar ein Investment dazu. Mit ihrer trockenen Art bringt Elisabeth alle zum Lachen: Auf die Frage wie es ihr in der Challenge ergangen ist, antwortet sie: «Ich habe mich gefühlt wie ein junges Pony unter all den Business Leuten – da hat man mir auch mal ein paar Fehler verziehen.»

Wer war sonst noch dabei?

  • Netzwärk holte sich mit ihrem «Refugee Inclusion Programme» ein Zertifikat: Ihr Programm soll Flüchtlinge auf dem Weg zur Arbeitsfähigkeit begleiten. Dabei wollen sie massiv günstiger und zielorientierter als die gängigen Programme sein. In der Challenge lernten sie, auch als soziales Projekt ihre Kosten genau durchzurechnen und Wirtschaftlichkeit anzupeilen.
  • CryptoGin bietet Gin an, der ausschliesslich mit Kryptowährung gekauft werden kann, um so Kryptowährung als Zahlungsmittel zu etablieren. In der Challenge konnten sie durch konsequentes A/B Testing den beliebtesten Slogan für ihren CryptoGin ausfindig machen: «Enjoy while others doubt».
  • Yoosana wollte mittels App Übergewichtige zur nachhaltigen Ernährungsumstellung bewegen um Diabetes vorzubeugen. Doch dann stellte sich heraus: Die meisten fürchten sich gar nicht vor Diabetes. Eine Neuausrichtung auf den Massenmarkt der Ernährungs- und Diät-Apps macht keinen Sinn, das Projekt ist gestoppt. Doch die Methoden aus der Challenge kann man auch sonst nutzen, um (Business-)Ideen zu testen.
  • AprèsSchool will eine Austauschplattform für Lernende aufbauen, so dass diese auch mal aus ihrem Lehrbetrieb herauskommen. Doch solche Strukturen aufzubrechen und die Geschäftsleitung zu überzeugen geht nicht so schnell wie gedacht: So hat Patric auch viel über sich selbst gelernt und wie er gerne arbeitet (und wie eher nicht).

 

Kaum ist diese Challenge abgeschlossen, fängt auch schon die nächste an: Mehr Informationen dazu hier.