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Jürg, im Sommer vor 45 Jahren wurdest von deinem Lehrmeister Jürgeli genannt und hast grad deine Lehre als Stromer begonnen. Heute bist du ein erfolgreicher Unternehmer und Business Angel, und sitzt in über zehn Verwaltungsräten von KMU, Stiftungen und Institutionen.

 

Wenn du dich zu zurück erinnerst, was war das Wesentliche auf diesem Weg?

Jürg Schwarzenbach: Ich hab früh gemerkt, dass ich eine grosse Leidenschaft dafür habe, Menschen und Dinge weiterzubringen. Das treibt mich an. Allerdings muss das auch im Einklang stehen mit mir selbst und meinen eigenen Werten. Mir geht es nicht um die permanente Optimierung von allem und jedem um die Zitrone um jeden Preis auszupressen. Es geht immer um Menschen.

 

Was sind denn die wichtigsten Dinge, die du auf deinem bisherigen Weg gelernt hast?

JS: Zunächst hat mich mal mein Lehrmeister beeinflusst. Der war immer sehr konsequent, und das Chrampfe hab ich dort gelernt. Er begann stets um sieben Uhr morgens, keine Minute danach. Heute ist auch mir Unpünktlichkeit auch sehr unsympathisch. Sein Wort war verlässlich und das hat er von mir auch gefordert. Für mich gilt ein Handschlag. Viele meiner Geschäfte habe ich per Handschlag abgeschlossen, nicht mit einem ausgeklügelten Vertrag.

Ausserdem kann ich nur empfehlen, dir genau zu überlegen, mit wem du dich zusammen tust! Ein paar Jahre nach der Lehre habe ich meinen späteren Geschäftspartner Dänu Bühlmann kennen gelernt. Unsere Beziehung war geprägt von gegenseitigem Respekt, ähnlichen Wertemodellen und dem Wunsch, einander weiterzubringen. Was nicht heisst, dass wir uns nicht auf de Gring gegeben haben.

Und schliesslich – Humor gehört dazu! das Leben ist ernst genug. Ich bin ein sehr positiver Mensch, das hat mir noch nie geschadet. Ich gehe immer von der Unschuldsvermutung aus und davon, dass mein Gegenüber gute Absichten hat. Und in neun von zehn Fällen werde ich dafür belohnt.

 

Du bist ja auch massgeblich daran beteiligt*, dass der Impact Hub Bern zustande gekommen ist. Wie kam das?

JS: Bei der InnoBe hatten wir der Gründerzentrum, das war vor 20 Jahren ein erfolgreiches Model, durch die zunehmende Mobilität und die Digitalisierung war das nicht mehr gefragt. Am Startup Weekend 2015 kam ich mit zwei der sechs späteren Gründer vom Impact Hub Bern ins Gespräch. Ich merkte: Die waren eine neue Generation, hatten Pfupf und wollten etwas reissen. Der Zeitpunkt passte, und da wollte ich einen Beitrag leisten. Für die Leute, für die Stadt, für mich, und ich hatte die Gnade, das Projekt zu unterstützen (schmunzelt). Später hab ich euch sechs GründerInnen dann auch immer wieder ermuntert, wenn ihr gezaudert habt, weil euch diese Beträge schon schaurig gross vorkamen.

 

Wie ist das für euch heute, wenn du in den Impact Hub kommst?

Es ist für mich ein Daheim. Allein schon die Räumlichkeiten sind so schön, da fühle ich mich wohl. Es herrscht ein gemütlicher, guter Geist. Und schlussendlich gehts um die Menschen. Und ihr und die Member seid toll.

 

Und was sagst du deinen Bekannten aus KMU, warum sie mal vorbei kommen sollen?

Auch Firmen, die auf Kurs sind, sollten im Impact Hub mal ein Meeting machen, einen Event besuchen, oder einen Event hier organisieren. Ich erkläre ihnen auch immer: Es ist keine Gut-Mensch-Geschichte, sondern hier bekommt man auch einen konkreten Gegenwert.

 

Jürg Schwarzenbach, FH in Elektrotechnik, während dem Studium die erste Firma “Elektroservice”  mit einem BFH Kollegen gegründet, und mit ihm später das Audio Video Fachgeschäfts DELEC AG übernommen. Ausbau der Firma auf 220 Mitarbeitende, im 2005  Verkauf. 2003 Wahl in den Verwaltungsrat der Axept AG Glattbrugg, später United Securiy Providers AG, Edorex AG und andere. Heute über 20 Firmenbeteiligungen und über 10 Verwaltungsrats und Stiftungsratsmandate.

 

*Unter anderem auch Verwaltungsrat im Impact Hub Bern. Jürg Schwarzenbach ermunterte die späteren Co-Founder dazu, gross zu denken und war vom ersten Moment an massgeblich beteiligt. Er steht dem Team mit seinem Netzwerk und reichen Erfahrungsschatz tatkräftig zur Seite.