KeithRiggsKeith Riggs ist bei uns Member der ersten Stunde und hat uns bereit vor unserer Eröffnung tatkräftig unterstützt (u.A. hat er mit uns den Hub gestrichen). Seit über 30 Jahren beschäftigt er sich mit Design und Design Thinking, lange bevor es zum Hype wurde. Er hat das Handwerk “anno dazumals” von den Pionieren im Silicon Valley gelernt. Seit einiger Zeit beschäftigt ihn nun “Circular Design” und die “Circular Economy”:

Interview aus dem Englischen übersetzt

 

Fangen wir ganz am Anfang an: Was ist die Kreislaufwirtschaft oder auch “Circular Economy”?

Die Kreislaufwirtschaft betrachtet Abfälle jeglicher Art als verlorenen Wert, der zurückgewonnen und wiederverwendet werden könnte. Damit unterscheidet sie sich von der heute vorherrschenden industriellen Produktion – manche nennen es auch Linearwirtschaft oder “Wegwerfwirtschaft” – bei der  ein Grossteil der Materialien und Waren nach ihrer Nutzungsdauer entsorgt oder vernichtet wird. Dieses Wirtschaftsmodell hat uns zwar grossen Wohlstand gebracht, aber auch grossen Schaden angerichtet: Endliche Ressourcen und unendliches Wachstums beissen sich nunmal.

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copyright: Ellen MacArthur Foundation; für Vollbild anklicken

Aber wir recylcen doch bereits vieles – reicht das nicht?

Recycling ist nur ein Schritt in Richtung geschlossener Kreisläufe und dabei sehr ineffizient. Die Produkte werden auseinander genommen und somit die darin steckende Arbeit vernichtet. Viel effektiver ist es, Güter komplett wiederzuverwenden oder sie von Anfang an zu teilen, wie es in der Sharing Economy gemacht wird. Dieser Aspekt kommt meist zu kurz, wenn wir nur über die nachhaltige Produktion und Recycling reden.

Zudem finde ich, dass die meisten Definitionen von Kreislaufwirtschaft zu kurz greifen: Nicht nur Rohstoffe und Güter können wiederverwertet werden, sondern auch Daten und Ideen – hier eröffnet sich ein weites Feld in unserer digitalen Zeit!

 

 

 

IDEO, die Pioniere im Bereich Design Thinking sind nun auch an vorderster Front beim Thema Circular Design dabei. Was hat Design Thinking mit der Kreislaufwirtschaft zu tun?

Design Thinking ist ein Überbegriff für das Mindset und die Methoden, welche Designer während des Designprozesses anwenden. Es wird inzwischen auch zur Produktentwicklung, vor allem mit Innovationscharakter benutzt, kann aber genauso für Problemlösungen im sozialen Kontext eingesetzt werden. Dabei stellt man sich immer wieder die Frage “wie könnte man noch/anders?”.

Das ist auch die Verbindung zur Kreislaufwirtschaft: “Wie könnte man noch?” fragen wir uns auch, wenn wir unsere Verbrauchsmuster überdenken und ersetzen, um Ressourcen- und Lieferketten von Materialien, Energie und weiteren Ressourcen zu schließen. Durch das Re-Design unserer Prozesse schaffen wir eine neue regenerative Wirtschaft. Viele Methoden, die diese beiden Disziplinen verknüpfen, findet man gratis beim Circular Design Guide.

 

Du bist ja nun schon eine Weile in Bern mit diesem Thema unterwegs. Gibt es in Bern und in der Schweiz Firmen die bereits so wirtschaften?

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Ja! Der Impact Hub zum Beispiel, aber auch viele weitere. Einige habe ich zusammengetragen und grafisch dargestellt (siehe links, klicken für grössere Darstellung)

 

Keith, du hast ja bereits einige Events in nächster Zeit geplant. Wann und wo kann ich mehr über Kreislaufwirtschaft erfahren?

Jeden Monat gebe ich in meinem Workshop “Co-Creating our Circular Economy” einen Einblick wie Kreislaufwirtschaft in jedes Unternehmen übertragen werden kann. Der Workshop ist auf Englisch, das ist einfach meine Muttersprache.

Ausserdem planen wir eine Reihe Events in den verschiedenen Coworkings in Bern, je mit einem thematischen Schwerpunkt in der Woche nach Pfingsten (22. -25. Mai). Am 24. Mai sind wir im Impact Hub Bern, zum Thema Tourismus. Keiner der Events ist dabei einfach “Frontalunterricht”: Wir nutzen den Methoden-Koffer von IDEO um vor Ort neue Lösungen zu entwickeln – so geht man nicht nur mit inspirierenden Ideen sondern auch mit methodischem Wissen nach Hause.

Danke, Keith! Mehr passt nicht in einen Blogbeitrag, auch wenn du noch viel mehr zu teilen hättest – dein Wissen scheint mir fast unendlich zu sein… Circular Economy ist ein grosses Thema bei den Schweizer Hubs, bald mehr dazu!

 

Events:

 

Wer mehr wissen will:

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit be-advanced entstanden. Du findest ihn auch hier

Ziel der 3-monatigen be-advanced Challenge ist es, als Startup die eigenen Annahmen zu überprüfen und am Markt zu validieren. Die Teilnehmenden lernen die richtigen Fragen zu stellen, direkt auf den Kunden zuzugehen und herauszufinden, ob diese dann auch wirklich für das Produkt oder die Dienstleistung bezahlen. So betont Michael Sauter, Head-Coach der Startup Challenge vor den Pitches auch: «Für uns ist es absolut OK wenn ein Team beschliesst aufgrund der Erkenntnisse das Projekt zu stoppen.» Yacine Bouzdia von be-advanced fügt hinzu: «Während der Challenge gibt immer einen Tiefpunkt, wenn die Teams merken: Es funktioniert nicht so wie gedacht.»

An den Final Pitches präsentieren die Startups ihre Erkenntnisse und Fortschritte der drei Monate. Anwesend sind neben der sechsköpfigen Jury auch eine Handvoll Gäste, die meisten sind Investoren und erfolgreiche Unternehmer. Die Stimmung ist ausgelassen, obwohl der Nachmittag mit sieben Präsentationen ziemlich lang ist:

Die Jury zeigt sich beeindruckt: «Eine ziemlich diverse Truppe und auch sehr unterhaltsam», findet Markus Popp. «Viel interessanter als die üblichen Startup-Pitches, bei denen es nur darum geht, wie grossartig ihr Produkt ist», ergänzt Carole Ackermann.

Doch zurück zu den Startups: Wie ist es ihnen in der Challenge ergangen? Wie hat sich ihr Projekt weiterentwickelt? Was erzählen sie in ihrem Pitch und wie beurteilt sie die Jury? Wir haben uns drei Cases herausgepickt:

Ein Drittel der 6jährigen hat bereits ein Smartphone, sie verbringen damit mehr als >15h pro Woche Gleichzeitig bewegen sich 80% der unter 14jährigen nicht genug. Könnte man dem nicht mit einem Game Abhilfe schaffen? Das war Stéphanies Beweggrund für Fitter Kids. Im Verlauf der Challenge trifft sie Kinderbuch-Autoren und Gamedesigner; sie informiert sich über die Statistiken und Business Modelle bei solchen Apps. Dabei wird klar: Das wird wohl nichts. Sie stoppt das Projekt. Ihr Fazit? «Ich hatte selbst eine sehr steile Lernkurve. Nächstes Mal würde ich erst starten, wenn ich ein gutes Team habe, dass mich auch bei den Tiefpunkten mitreisst und unterstützt.» Für dieses Vorgehen und die dabei gewonnen Erkenntnisse bekommt sie von der Jury ein Zertifikat.

Ein Pflaster, dass Stürze registriert, so dass man diese schnell findet – klingt revolutionär, oder? Leider ist das weder bei Altersheimen noch mobilen Pflegediensten das relevante Problem. Und so kam es für Aide-Moi zum einem Pivot während der Challenge. Es gibt noch kein Zertifikat, sondern eine Verlängerung: Das Team bekommt nochmals Zeit und Coaching, um ihre Idee zu verbessern.

Seit über 10 Jahren ist Elisabeth im Theaterbetrieb unterwegs und genauso lange verbindet sie schon Kreativität mit gutem Management. Durch ihre Anstellung war sie aber auch örtlich gebunden, sie kam nicht mehr dazu herumzureisen und sich anzusehen was andere machen – und da ist sie nicht die Einzige. Ihre Idee deshalb: SpectYou, das Netflix fürs Theater. Eine Plattform auf der man Theatervorstellungen streamen kann. Klar, das ist eine Nische, aber eine Nische die sie bestens kennt und in der sie hervorragend vernetzt ist – und eigentlich hat sie von einzelnen Theatern bis zu Ausbildungsschulen schon alle überzeugt. Auch die Jury ist überzeugt: Das Zertifikat bekommt sie ohne eine Minute Diskussion – und vielleicht sogar ein Investment dazu. Mit ihrer trockenen Art bringt Elisabeth alle zum Lachen: Auf die Frage wie es ihr in der Challenge ergangen ist, antwortet sie: «Ich habe mich gefühlt wie ein junges Pony unter all den Business Leuten – da hat man mir auch mal ein paar Fehler verziehen.»

Wer war sonst noch dabei?

 

Kaum ist diese Challenge abgeschlossen, fängt auch schon die nächste an: Mehr Informationen dazu hier.

Polizistinnen und Polizisten im Social Web:
Ein Erfahrungsbericht von Patrick Jean, ICoP der Stadt Zürich

 

Ein Blogbeitrag des staatslabor anlässlich der staatskantine #7 vom 1. März 2018.

Lieber Patrick, wir freuen uns sehr, dass du am nächsten Donnerstag bei uns in der staatskantine zu Gast sein wirst. Und wir sind nicht die Einzigen: Die Ankündigung unseres staatskantine-Themas für den Monat März wurde mit besonders viel Begeisterung aufgenommen. Wie erklärst du dir dieses Interesse für die Idee der Polizei in den sozialen Medien?

Das Thema Polizei ist eines, das fast alle Menschen in irgendeiner Form berührt. Wenn es um die Polizei geht, hat wohl jedes Mitglied unserer Gesellschaft eine Meinung. Sie ist kaum jemandem völlig egal. Schliesslich ist sie das sichtbarste Kontrollorgan unseres Staates und hält die Staatsgewalt inne. Sie ist verantwortlich für die öffentliche Sicherheit in unserem Land. Insofern hat die Polizei einen kleinen Startvorteil beim Erschliessen der Sozialen Medien, da dem Thema eine gewisse Grundrelevanz für die Community zu eigen ist. Ich denke ausserdem, dass zumindest im digital-affinen Teil der Gesellschaft das Bedürfnis besteht, dass der Staat mit den gesellschaftsverändernden Auswirkungen der Digitalisierung mindestens mitgeht. Wenn ein so sichtbarer Teil des Verwaltungsapparates sich in diese Richtung bewegt, wird das wohl deshalb grundsätzlich positiv aufgenommen.

Gibt es dennoch auch Personen, welche dies weniger gern sehen? Falls ja, welche Gründe geben sie dafür an?

Klar gibt es auch vereinzelt Stimmen, die beispielsweise Aktivitäten auf Social Media auf Kosten der Steuerzahler grundsätzlich kritisch gegenüber stehen. Es kann auch mal Diskussionen über Sinn und Unsinn eines konkreten Einsatzes geben, den wir aus der Polizeiarbeit zeigen. Geäusserte Kritik ist grundsätzlich ein gutes Zeichen, denn solche kann man in die weitere Entwicklung der Polizeiarbeit einfliessen lassen. Auch die Polizei kann und muss nicht alle Wünsche aller User erfüllen. Es ist aber sehr wichtig, jeden einzelnen Menschen hinter einem Kommentar oder Posting ernst zu nehmen und diesem auf Augenhöhe zu begegnen. Eine offene, authentische und transparente Kommunikation ist zentral für das Bestehen in der Dialogkultur der sozialen Medien.

Die Art, wie du dich online mit Menschen unterhältst, präsent bist und intervenierst hat sicher viele Gemeinsamkeiten mit deiner Arbeit vor Ort – aber wohl auch einige Eigenheiten…?

Richtig. Wir versuchen ja auch nicht, die Polizeiarbeit neu zu erfinden.
Einerseits übernehmen wir bewährte Vorgehensweisen in den digitalen Raum. Wo wir Situationen begegnen, die es so im “Real Life” nicht gibt, suchen wir Parallelen und lehnen uns an die bewährte Praxis an. In solchen Fällen besprechen wir das geplante Vorgehen zuerst im Team und anschliessend mit den allenfalls involvierten Fachdiensten. Ein gutes internes Netzwerk ist aufgrund der Interdisziplinarität und der teilweise neu zu beschreitenden Wege sehr wichtig.
Andererseits versuchen wir die Möglichkeiten, die uns die Vernetzung über die sozialen Medien bietet, unterstützend für die alltägliche Polizeiarbeit einzusetzen. Zum Beispeil um Personen zu kontaktieren, die man sonst nicht erreichen kann, um mitzubekommen, wenn sich die Community über ein polizeirelevantes Thema unterhält oder auch schon, um zwischen rivalisierenden Cliquen von Jugendlichen zu vermitteln.

Kannst du uns ein oder zwei konkrete Beispiele nennen, bei denen die Nutzung sozialer Medien einen erheblichen Beitrag zum Erfolg eines Einsatzes geleistet hat?

Es gilt zwischen Korps-Auftritten und persönlichen Präsenzen zu unterscheiden.

Persönliche Präsenzen können vor allem im Community Policing einen erheblichen Beitrag leisten. So konnten wir über den Facebook-Messenger einen Beschuldigten erreichen, der nachdem man ihn über Monate nicht erreicht hatte wegen eines geringfügigen Delikts zur Fahndung ausgeschrieben worden wäre. Er konnte rasch einen Termin für die Befragung vereinbaren und so ein unliebsames Erwachen bei der Einreise nach seinem längeren Auslandaufenthalt vermeiden. Aus polizeilicher Sicht war der Einsatz ein Beitrag an die Verhältnismässigkeit des Aufwands in der Abwicklung dieses geringfügigen Falles.
Ein weiteres Beispiel ist ein Fall, bei dem Jugendliche auf einem Friedhof dutzende Grabsteine umgeworfen hatten. Das Ereignis wurde mit einem Post auf einem persönlichen Profil thematisiert. Durch die sehr lokale Vernetzung und den persönlichen Charakter des Posts gelang es, den Vorfall zum Quartiergespräch zu machen. Man konnte die Tat leider niemandem konkret zuordnen, aber bei den beteiligten Jugendlichen klar anbringen, dass solche Taten von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Anstatt sich mit dem übertriebenen Unfug brüsten zu können, mussten die Beteiligten sich vor ihren Kollegen dafür entschuldigen. Einige Jugendliche taten dies stellvertretend für die Beteiligten sogar spontan gegenüber im Quartier patrouillierenden Kollegen. Polizeiarbeit ist nicht alleine auf die Erfassung einer Täterschaft beschränkt. Die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung kann unter Einbezug der sozialen Medien einen Mehrwert für das gesamte Sicherheitsgefüge bewirken.

Und die Korps-Auftritte?

Die direkte mediale Begleitung von Einsätzen, um allenfalls deren Verlauf zu beeinflussen, gehört auf die Stufe der Einsatzleitung und somit auf den Corporate-Account. Da gibt es mittlerweile diverse Beispiele aus dem In- und Ausland, wo die direkte Kommunikation mit der Bevölkerung half, aufkeimende Gerüchte unmittelbar klar zu stellen oder beispielsweise Menschenansammlungen an heiklen Örtlichkeiten zu vermeiden. Für individuell in den sozialen Medien agierende Polizisten bieten konkrete Einsätze unter Umständen die Möglichkeit, durch persönliche Einblicke in die Arbeit für Sichtbarkeit in ihrer Community zu sorgen und den Menschen hinter der Uniform zu zeigen. Das braucht jedoch ein klares Rollen- und Wirkungsbewusstsein. Auch ein gutes Verständnis für die taktische Lage sowie ein hohes Vertrauen von der Einsatzleitung sind dafür unabdingbar. Dies sollte alles sorgfältig erarbeitet werden, bevor man in dieser Form online aktiv wird.
In der Schweiz zögern viele Verwaltungen damit, neue Methoden und Tools auszuprobieren. Was denkst du, dass sie von den in Zürich gemachten Erfahrungen lernen können?

Ich denke, das Zögern hat mit einem gesellschaftlich verbreiteten Anspruch an Perfektion zu tun. Dieser macht allerdings auch vor Zürich nicht Halt. Neue Lösungen werden in der Schweiz oft erst eingeführt, wenn man sich sicher ist, dass sie funktionieren. Etwas mehr Mut wäre da wohl nicht fehl am Platz. Wir sollten uns mehr auf die Chancen fokussieren, als auf die Risiken. Eine Spur mehr Nelson Mandela, der sagte: “I never lose. I either win or learn.”
Was in Zürich mit ICoP gelungen ist, ist der Blick über den Tellerrand nach Finnland und dass der Mut aufgebracht wurde, dies zu versuchen. Es gibt aber auch innerhalb der Schweiz Entwicklungen, die zu verfolgen sich lohnt. Für die Polizei zum Beispiel der WhatsApp-Kanal der Kantonspolizei Zürich oder die Quartierpolizisten der Stadt St. Gallen, die über ihr Quartier bloggen und persönlich via WhatsApp erreichbar sind.

 

Patrick Jean (35) absolvierte von 2007-2009 die Polizeischule der Stadtpolizei Zürich und arbeitete anschliessend im Streifenwagendienst in Zürich-Oerlikon, wo er diverse nebenamtliche Tätigkeiten innerhalb seines Korps ausübte. Im Jahr 2015 war Jean an der Adaption eines finnischen Konzepts persönlicher Online-Präsenz von PolizistInnen an die Bedürfnisse der Stadtpolizei Zürich beteiligt. Im Rahmen eines Pilots startete er persönliche Social-Media-Präsenzen als Polizist auf Facebook und Instagram. Die positiven Erfahrungen führten zur definitiven Einführung des Internet Community Policings (kurz: ICoP) bei der Stadtpolizei Zürich. Jean setzte sich 2017 im Rahmen einer Weiterbildung in Social Media Management mit der Betrachtung des Social Web als öffentlichen Lebensraum und der Frage nach entsprechendem Bedarf an sichtbarer Polizeipräsenz im digitalen Raum auseinander.

Der Initiator unserer Partnerschaft, Eric Postler gibt uns einige Antworten, was die KPT in den Impact Hub Bern bringt und was sie dort erreichen will:

 

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“Der Arbeitsort und das Ambiente kann diesen “Ausbruch” unterstützen, indem es improvisiert und kreativ statt geordnet und strukturiert ist – das kann man im Impact Hub Bern erleben.”

Welche Beweggründe bringen die KPT in den Impact Hub Bern?

Die KPT ist ein Traditionsunternehmen mit 128 Jahren Geschichte. Wir können uns im Wettbewerb nur differenzieren, wenn wir neue Produkte und Dienstleistungen anbieten – was aber in diesem stark regulierten Markt eine ziemliche Herausforderung ist. Das ist meine Challenge als “Lead Avantgardist” bzw. Innovationsmanager im neuen Innovationsmanagement-Team.
Das Problem in grösseren Firmen ist, dass man immer mit den gleichen Menschen über dieselben Themen diskutiert: Da dreht man sich schnell mal im Kreis. Um also auf die dringend gesuchten neuen Ideen zu kommen, müssen wir immer wieder aus unseren bestehenden Strukturen ausbrechen. Der Arbeitsort und das Ambiente kann diesen “Ausbruch” unterstützen, indem es improvisiert und kreativ statt geordnet und strukturiert ist – das kann man im Impact Hub Bern erleben.
Der Austausch mit der Community im Impact Hub Bern ist für uns Horizonterweiterung und Inspiration, da die Leute dort nicht alle eine “Krankenversicherungsbrille” aufhaben. So kommen wir auf neue Ideen für Angebote, die wir im stillen Kämmerchen nie gefunden hätten. Ich selbst bin jeden Montagnachmittag und Donnerstagmorgen hier und freue mich, mehr über neue Startups und Initiativen zu erfahren!

 

 

Der Impact Hub ist also für euch eine Inspirationsquelle – einerseits durch die kreative Umgebung und andererseits durch die spannenden Menschen. Es gibt in Bern ja noch andere Anbieter in einem ähnlichen Bereich: Coworking, Ideation, Innovation. Wieso habt ihr euch für uns und den Impact Hub Bern entschieden?

 

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“Uns interessieren die Innovationsfelder im Bereich Gesundheit, Ernährung, Bewegung, Erholung, Notfall und Beziehungsförderung sowie Coaching.”

Ich kenne Impact Hub aus Zürich und kenne den Flair und die Art und Weise, wie man hier zusammenarbeitet. Bei den Konkurrenzangeboten im Ideation Bereich sitzt man eben doch wieder mit den bereits bekannten Corporates im Raum, statt mit kreativen Menschen, an die wir sonst nicht herankommen würden.

Denn es ist so: Auch in grossen Firmen gibt es spannende Menschen, aber diese tummeln sich an den gleichen Orten wie wir. Aber die Querdenkender und Innovatoren aus KMU, Startups oder sonstigen kleineren Initiativen, sind für uns extrem schwer zu erreichen. Dabei erhalten wir extrem wichtige Insights von genau diesen Menschen, zum Beispiel punkto Pragmatismus. Die Kleinen müssen erfinderisch sein und leben Pragmatismus, Einfachheit und Geschwindigkeit jeden Tag.
Es wäre viel zu aufwendig, wenn wir von der KPT diese Leute selber finden, Kontakte pflegen und den Wissensaustausch fördern müssten. Deswegen nutzen wir den Impact Hub, der genau das für uns macht.

 

 

Welche Themen interessieren euch, auch im Zusammenhang mit dem Impact Hub und unserer Community?

Uns interessieren die Innovationsfelder im Bereich Gesundheit, Ernährung, Bewegung, Erholung, Notfall und Beziehungsförderung sowie Coaching. Grundsätzlich wollen wir unsere Kundinnen und Kunden in diesen Bereichen unterstützen, sowohl im Versicherungs- sowie im Nicht-Versicherungsbereich. Die Impact Hub Mitglieder wollen wir in Ideation-Workshops oder bei der konkreten Umsetzung eines Projekts involvieren, dabei können sie ihren etwas anderen Blickwinkel und generell neue Inputs einbringen.

 

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“Ich bin ein starker Befürworter des Lean Startup Prozesses (…) Was ist wichtig? Was ist der Case? Was ist das Problem?”

Neue Produktideen sind das eine, aber wie wollt ihr dem stark regulierten Versicherungsmarkt innovativ sein?

Ich bin ein starker Befürworter des Lean Startup Prozesses und dort sehr auf den ersten Teil der Problemlösung fixiert. Was man jedoch in unserem Markt nicht machen kann, ist ein Produkt einfach online stellen und den Kunden sagen: “Probiert es mal aus”. Deswegen ist es in unserem Umfeld wesentlich, Know-How zu den relevanten Fragen zu erarbeiten: Was ist wichtig? Was ist der Case? Was ist das Problem?
Mehr zur Lean Startup Methode in diesem Blogpost von Eric.

 

Wir vom Impact Hub Bern glauben an Kollaboration zwischen unterschiedlichen Stakeholdern, vom Entrepreneur, zum Startup über die KMU bis zu Grossunternehmen. Welche Erfahrungen habt ihr als grosses KMU bereits mit Startups gemacht?

Zusammenarbeit mit Startups war bisher noch nicht im Fokus. Wir wollen nun neue Kooperationen aufbauen, wobei das nicht unbedingt mit Startups sein muss. Wir suchen im Moment Partner, um mit uns neue Produkte zu lancieren. Deshalb, wenn diese Beschreibung auf deine Idee passt, dann melde dich doch bei mir. Wie gesagt: Montagnachmittag und Donnerstagmorgen triffst du mich sicher im Hub.

 

Danke dir, Eric!

Dies ist der zweite Teil der Entstehungsgeschichte des Impact Hub Bern. Den ersten Teil findest du hier.

Raphael, Chris, Rolf und ich trafen uns in der Folgewoche auf ein Meeting um das ganze noch einmal in Ruhe und ohne Bier zu besprechen. Es wurden erste Tasks fixiert und wir starteten eine Arbeitsgruppe, welche sich jeden Mittwoch Abend treffen sollte. Ab dann ging alles ganz schnell. Wir trafen Christoph Birkholz aus dem Impact Hub Zürich, der uns überzeugte, nicht irgend einen Space, sondern den dritten Impact Hub in der Schweiz zu eröffnen. Begeistert vom Konzept, den Werten und der Idee starteten wir den Onboarding Prozess und besuchten immer mehr Impact Hubs auf der Welt. Im April brachen wir zu unserem Team Retreat nach London auf, mit der Absicht uns als Team noch einmal so richtig zu challengen und jetzt Nägel mit Köpfen zu machen. Ich kann mich noch an den schrecklichen Abend in der Bar erinnern, wie wir uns auf Herz und Nieren geprüft haben. Wir stellten uns fiese Fragen um zu prüfen ob wir das wirklich miteinander durchziehen wollten. Die Moral und die Stimmung war im Keller! Nach einigen Tagen konnten wir das ganze aber etwas nüchterner betrachten. Eine der riesigen Erkenntnisse des Abends war, dass wir es nicht zu viert schaffen werden. Wieder zurück in der Schweiz stellte uns Raphael seine Kollegin Frederike vor. Sie hatte ihr Fotografie-Business im Impact Hub in Zürich grossgezogen und war die ideale Person, um die Community zu kuratieren. Miriam kannte ich bereits vom Uni Sport. Ich wusste, dass sie langjährige Erfahrungen im Business Bereich hatte. Ich war überzeugt, dass sie uns im Bereich Management und Operations aushelfen kann. Ich kann heute noch schmunzeln, wenn mir Miriam erzählt, dass sie vor dem Vorstellungsgespräch etwas wie ein Praktikum erwartete und wir ihr direkt den CEO-Posten andrehen wollten. Keinen Monat nach den Zusagen der beiden Frauen später gründeten wir die Firma und unterschrieben den Mietvertrag für unseren Space. Die kommenden sechs Monate waren eine harte Zeit mit einer heftigen Gefühlsachterbahn und viel harter Arbeit. Aber wir haben es geschafft! Planmässig konnten wir unseren Space im Oktober der Öffentlichkeit präsentieren.

Unsere Idee am Startup Weekend war zwar nicht sehr erfolgreich und trotzdem haben wir es geschafft, innert nicht einmal einem Jahr ein Startup zu launchen. Das Startup Weekend ist ein wichtiges Puzzlestück in der Entstehungsgeschichte des Impact Hub Berns. Wir fühlen uns deshalb geehrt, das Startup Weekend 2016 in unserem Space hosten zu dürfen! Wir freuen uns auf euch.

Oft werde ich gefragt wie das mit dem Impact Hub Bern eigentlich anfing und warum wir uns in dieses waghalsige Abenteuer gestürtzt haben. Das war so:

Im Oktober 2015 waren Rolf und Chris damit beschäftigt, ihren Coworking-Space Work Central zu lancieren. Die beiden wollten mich am Startup Weekend im November dabei haben, damit wir zusammen an neuen Ideen tüfteln konnten. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits Unternehmer mit meiner Firma Substring GmbH, welche individuelle Softwareprojekte durchführt. Natürlich hatte ich Lust auf das gemeinsame Weekend, denn ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein eigenes Startup gegründet – ein grosser, fetter, nicht abgehakter Punkt auf meiner Bucket-List. Kurzerhand bestellte ich noch am selben Abend ein Ticket für das Startup Weekend 2015.

Als wir uns an besagtem Freitag Abend in Richtung Gurten aufmachten, trafen wir in der Talstation auf Raphael. Die drei anderen kannten sich bereits vom letztjährigen Startup Weekend. Raphael kann ich nur aus den Erzählungen von Rolf und Chris, die von ihm und seinen vielen kreativen Projekten schwärmten. Ich kann mich noch gut an den “What are you doing with your life”-Moment erinnern, als ich erfahren habe, dass Raphael zwei Jahre jünger ist als ich. Bereits am Fusse des Bergs begannen die ersten Brainstorming-Sessions. Alles war erlaubt und jede Idee, war sie noch so skurril, wurde entgegen genommen. Wir haben einander gechallenged und Hirngespinste für neue Produkte und Geschäftsmodelle entwickelt. Ich ahnte bereits beim Betreten der Bahn zum Gipfel des Hausbergs, dass mich ein spannendes Weekend erwarten wird. Dass es mein Leben verändern sollte, konnte ich damals aber noch nicht ahnen.

Der Abend begann mit Ideen-Pitching und Teamsuche. Chris, Rolf und ich sowie einige weitere MitstreiterInnen landeten im gleichen Team. Wir wollten damals eine Plattform bauen, auf der junge Leute spannende Gruppenreisen anbieten konnten. Wir wollten zeigen, dass dieser Markt nicht nur für motivierte Rentner auf All-Inclusive Reisen in Bussen ist. Der Spirit auf dem Berg war grossartig, mein Team und ich waren motiviert den ersten Platz zu holen (was uns leider nicht gelang, nicht mal in der Top 3! Evtl. was für deine Bucket-List?).

Am Samstag gingen die Worksessions los. Wir arbeiteten unter Hochdruck daran, unsere Idee zu verwirklichen. Zwischendurch gabs immer wieder Rahmenprogramm. Auf der Bühne wurden unter anderem drei Unternehmer zum Thema Fehler und Fehlerkultur interviewt, einer davon war Jürg Schwarzenbach. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion kam er mit Chris und Rolf ins Gespräch, da er Wind bekommen hatte, dass die beiden einen Coworking Space betrieben. Er war auf der Suche nach einem coolen Ort für die damals noch nicht einmal existierende be advanced. Er war überzeugt davon, dass Bern ein innovatives Zentrum braucht um den Standort für UnternehmerInnen und Startups interessanter zu machen.

Am Sonntag Abend wurde das Startup Weekend durch einen leckeren Apéro abgerundet. Wir wurden nach zwei, drei Bieren alle etwas melancholisch, weil das Weekend schon vorbei war. Raphael, der während des Weekends in einem konkurrierenden Team war, war nun wieder mit uns am Tisch. Wir alle hatten viel Spass, viel gelernt und konnten uns mit vielen interessanten Menschen vernetzen. Beflügelt durch die zustimmenden Worte von Jürg Schwarzenbach und vermutlich auch durch die paar Bier haben wir uns noch auf dem Gurten entschieden ein Zentrum für Innovation in der Stadt Bern zu errichten. Das Ziel: jeder Tag soll ein Spirit wie auf dem Startup Weekend herrschen!

Willst du erfahren, wie aus der Startupweekend-Idee der Impact Hub entstand? Dann lies hier Teil 2 unserer Geschichte!

#3fragenan ist eine Post-Serie um Mitglieder unserer Community besser kennen zu lernen. Wir stellen drei Fragen und freuen uns auf spannende Antworten. Unsere #3fragenan Bastiaan van Rooden, Gründer von Nothing Interactive .

Wer bist du und was machst du in deiner Firma?

Ich bin Designer und Gründer der Firma Nothing, welche digitale Produkte entwickelt, die das Leben einfacher machen. Dabei wollen wir Arbeit machen, die Bedeutung hat – … aufdecken, was Menschen wirklich bewegt!

Warum glaubst du, braucht es einen Impact Hub in Bern?

Impact = Bedeutung. Und genau diese Bedeutung für Menschen ist es, die uns antreibt. Einen Impact Hub in der Hauptstadt Bern zu haben heisst für uns, dass wir als Design-Denker und -Denkerinnen an diesem Ort der Begegnung unsere Energien bündeln können: Um Bedeutsames zu schaffen.

Fast forward in einem Jahr: Was wird das Tollste / Coolste / Spannendste sein für dich im Zusammenhang mit dem Impact Hub?

Die Veränderungen in unserer Welt finden in einem atemberaubenden Tempo statt; kognitiv können wir kaum noch mithalten. Wenn wir diesen Veränderungen jedoch ‘hands-on’ begegnen, also nicht nur mit unserem Hirn, sondern hier und heute mit unseren Händen, Augen, Ohren den immer wieder neuen Anforderungen begegnen, dann sind wir für alles bereit, was auf uns zukommen wird – dies nicht nur mitzuerleben, sondern auch mitzuprägen wäre für uns das Tollste!

#3fragenan ist eine Post-Serie um Mitglieder unserer Community besser kennen zu lernen. Wir stellen drei Fragen und freuen uns auf spannende Antworten. Unsere #3fragenan Matthias Stürmer.

Wer bist du und was machst du beruflich?

Ich bin Oberassistent am Institut für Wirtschaftsinformatik der Uni Bern und leite dort die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit.

Warum glaubst du, braucht es einen Impact Hub in Bern?

Weil Bern einen grossen Impact auf die ganze Schweiz hat, braucht es auch einen Ort in der Stadt, wo die kreativen Leute zusammenfinden und innovative Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit entwickeln.

Fast forward in einem Jahr: Was wird das Tollste / Coolste / Spannendste sein für dich im Zusammenhang mit dem Impact Hub?

Ich freue mich auf die Apps und anderen digitalen Tools, die im Impact Hub Bern für eine bessere Stadt erschaffen werden.

#3fragenan ist eine Post-Serie um Mitglieder unserer Community besser kennen zu lernen. Wir stellen drei Fragen und freuen uns auf spannende Antworten. Unsere #3fragenan Fabian Leuthold Mast 31.

Wer bist du und was machst du in deiner Firma?

Ich bin Organisationsberater, Kaffeeröster und Barista und vereine Kaffee- mit Unternehmenskultur. Ich bringe Koffein in die Unternehmen und schaue mit ihnen über den Tassenrand hinaus. Gemeinsam mit meinen Kundinnen und Kunden arbeite ich an der betrieblichen Kultur, um die Mitarbeitenden in ihrer Vielfalt zu unterstützen und zu fördern. Denn davon profitieren letztlich alle.

Warum glaubst du, braucht es einen Impact Hub in Bern?

Bern braucht aus meiner Sicht mehr Orte, wo sich Unternehmerinnen und Unternehmer verschiedenster Herkunft begegnen und vernetzen können. Im Erfahrungsaustausch und in der interdisziplinären Zusammenarbeit steckt meiner Ansicht nach noch viel Potenzial.

Fast forward in einem Jahr: Was wird das Tollste / Coolste / Spannendste sein für dich im Zusammenhang mit dem Impact Hub?

Ich sehe mich gemeinsam mit Menschen, die ich heute noch gar nicht kenne, an Projekten arbeiten, die ich mir heute noch gar nicht ausdenken kann.

Gestern um 18:00 war es soweit für das erste Community Event ! Bei angenehmem Wetter durften wir die Pioniere unserer Community begrüssen und unseren Standort mit einer kurzen Baustellenführung vorstellen. Anschliessend hat sich die bunt gemischte Truppe aus UnternehmerInnen, Changemakers, Menschen aus Politik und Bildung und kreativen Querdenkern rüber in den Progr Innenhof bewegt um sich gegenseitig besser kennen zu lernen. Rund 40-50 Interessierte haben genetworkt und in schöner Co-creation-Manier die eigenen Inputs für den zukünftigen Space mit uns und der Community geteilt. Und eindeutiges Feedback: ohne Kaffeemaschine und einen gemütlichen, flexibel und funktional eingerichteten Space geht gar nichts! Vielen Dank an alle, welche teilgenommen und uns inspiriert haben! Wir hoffen, euch auch beim nächsten Mal erneut begrüssen zu dürfen.

Für alle, die jetzt gerne ein Teil der Community werden möchten: Klickt hier um euch die Mitgliedschaften anzuschauen. Meldet euch bei uns! Löchert uns mit Fragen! Wir freuen uns auf euch!