BärnHäckt 2017 – Der Berner Hackathon
19 September 2017 - Miriam Gantert

Freitag, 17:30 Uhr: Feierabend! Nichts wie raus und ab ins Wochenende, entspannen, nichts tun, Freizeit geniessen…

Freitag, 17:30 Uhr an der BFH Marzili: 43 Hacker und tatsächlich auch 2 Hackerinnen machen sich bereit für einen 48 Stunden Coding-Marathon, inklusive wenig Schlaf, der, wenn überhaupt, in Matratzen in einer Turnhalle stattfindet – eben ein Hackathon.

Gehört haben schon viele davon, aber was das genau ist, darunter können sich die meisten nur wenig vorstellen. Deswegen hier die Kurzfassung:

An einen Hackathon nehmen Programmierer_innen, UX-Designer_innen, Data Analysts und weitere Tech-affine Menschen teil (und nicht alle sind unter 30). Teilweise kommen diese bereits als Teams, teilweise als Einzelpersonen, welche noch ein passendes Team suchen. Manche haben sich bereits im Vorfeld zu ihrer Challenge informiert und erste Ideen entwickelt, andere sind ziemlich unentschieden. Freitagabend kann man sich nochmal ein besseres Bild der Challenges und Mitstreiter_innen machen, manch einer lässt sich für andere Ideen oder fremde Teams begeistern. Gegen 21 Uhr fällt der Startschuss: Die Teams fangen an ihre Idee umzusetzen. Ziel: Sonntagabend eine gutes Konzept und möglichst auch eine Demo vor der Jury präsentieren. Von nun an wird diskutiert, gecodet, verworfen und getestet; mit ein paar wenigen Unterbrüchen zum Schlafen, Essen, Input-Talks oder den Kopf lüften, z.B. beim Yoga oder Aare-Schwumm. Doch meist kommt nicht nur der Schlaf zu kurz, denn die Zeit ist knapp.

Nach weniger als 48 Stunden gab es bei BärnHäckt zwei Gewinnerteams: Der Jurypreis geht an die RedCrossNinjas, die für das Schweizerische Rote Kreuz einen Fundraising-Chatbot programmierten; der Publikumspreis an die Unicorns & Engineers, die für die BEKB das digitale Sackgeld der Zukunft mit Hilfe einer App umgesetzt haben.

«Wieso tun die sich das an?», fragt man sich unwillkürlich. Wir haben bei den zwei Gewinnerteams nachgefragt:

Christoph von den RedCross Ninjas: «Weil es nicht arbeiten ist, sondern eine kreative Tätigkeit, die Spass macht. Während meinem normalen Arbeitsalltag, habe ich strikte Vorgaben unter welchen ich meine Aufgaben zu erledigen habe. Während dem Hackathon habe ich die Chance mit innovativen Köpfen einen eigenen Weg zu beschreiten und dafür opfert man gerne ein Wochenende!»

Andrea, von «Unicorns & Engineers»: «Die vielen motivierten Menschen, die ein Wochenende lang alles geben – das motiviert auch mich. Ausserdem kommt für mich speziell hinzu, dass ich weiss wie wenig Frauen ein solcher Event anzieht – deswegen für mich umso wichtiger dabei zu sein.»

Was BärnHäckt besonders macht? Dass er in Bern stattfindet! Wer nach Schweizer Hackathons googelt, der oder die findet einige: Vom Legal bis zum Tourismus Hack scheint jedes Wochenende ein anderer stattzufinden. Doch schnell merkt man: Ein Grossteil findet in Zürich statt. Besonders bekannt ist dabei der Hack Zurich der inzwischen jährlich 5000 Bewerber hat, aus denen nur 500 als Teilnehmer_innen ausgewählt werden. Dass Bern so etwas auch braucht, wenn auch nicht gleich in der Dimenstion, da sind sich die Organisatoren und Teilnehmer einig:

Benno, vom Organisationskommitee: «Bots, die Künstliche Intelligenz, die Blockchain und all die anderen Trends der Digitalisierung machen vor keiner Grenze halt und betreffen Bern genauso, wie etwa Berlin oder San Francisco.»

Christoph: «Ich lebe in Bern und konnte auch während dem Hackathon nach Hause, das hat den Event für mich sehr interessant gemacht.»

Andrea: «Ich habe mir bewusst diesen Hackathon ausgewählt, da er in der Nähe war, auch weil es mein Erster war. So war die Hemmschwelle niedriger und ich konnte herausfinden, ob das was für mich ist.»

Nicht nur für die Hacker, auch für die Challenge Sponsoren soll die Hemmschwelle niedrig gehalten werden. So war es für die Organisatoren wichtig, dass nicht nur die «Grossen» eine Challenge einreichen können, sondern dies auch für KMUs finanziell möglich ist:

Benno: «Unternehmen erhalten mit BärnHäckt eine Plattform um Herausforderungen der Digitalisierung mit engagierten, kreativen Leuten zu konkretisieren und an einem Wochenende intensiv weiter zu entwickeln.»

Was den Berner (oder Bärner) Hackathon auch noch einmalig macht, ist wohl das Catering: von «viel besser als erwartet» bis hin zu «grandios» war das Feedback mehr als positiv. Wer also jetzt neugierig geworden ist, auf dieses kulinarische Highlight unter den Hackathons und das noch in der Hauptstadt: Nächstes Jahr gibt es sicher die zweite Runde, bleib auf dem Laufenden:

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