Meet the Hubonauts #1: Richard Bousfield
29 September 2020 - Pablo Sulzer

Die Hubonauten sind ein Hauptbestandteil des Teams im Impact Hub Bern, sie leisten Freiwilligenarbeit und ermöglichen den laufenden Betrieb. Doch darüber hinaus noch viel mehr: Sie bereichern mit ihren diversen Persönlichkeiten, mit immer wieder überraschenden Hintergrundgeschichten und ihren individuellen Skills die Community im Hub.

In einer aktuellen Blogpost-Serie stellen sich die aktuellen Hubonauten vor, den Anfang macht Richard Bousfield. Der Engländer kam anfangs Jahr in die Schweiz. Hier seine Geschichte, seine Erzählung:

Am 26. Februar dieses Jahres stieg ich in mein Auto und verließ England. Die Monate vor dem Umzug in die Schweiz waren schwer und von häufigen Unsicherheiten und Diskussionen geprägt. Jeder Schritt vorwärts verstärkte die Bedeutung der Entscheidung – meinen Job sowie meine Wohnung zu kündigen, volle Kisten zum lokalen Second-Hand-Laden zu bringen und schließlich die Route durch Frankreich zu planen. Die Spannung, die den Jahresanfang geprägt hatte, wurde bald durch die Erleichterung ersetzt, es endlich geschafft zu haben – ein wundervolles neues Land zu erkunden und die surreale Gelegenheit, meine eigene Geschichte zu schreiben.

Nur drei Wochen später, während sich das Coronavirus auf der ganzen Welt ausbreitete, hielt alles still und viele Türen haben sich geschlossen. Nach vier aufregenden Arbeitstagen Anfang März bei Impact Hub Bern musste ich plötzlich für eine unbestimmte Zeit zu Hause bleiben, nachdem ich ein Leben verlassen, aber noch nicht wirklich die Möglichkeit hatte, ein Neues zu beginnen.

Die Erfahrungen in diesen ungefähr zehn Wochen haben sich sicherlich positiv auf mich ausgewirkt. Während viele in Europa in ihren Häusern eingesperrt waren, durfte ich die Schweizer Berge entdecken. Während viele völlig isoliert waren, war ich von einer unterstützenden Familie umgeben. Ich hatte viel Zeit, mein Deutsch zu verbessern und Artikel zu schreiben. Dies hat mir Türen geöffnet – Türen, die während eines routinemäßigen Lebens geschlossen geblieben wären. Obwohl das Virus weiterhin überall anwesend und spürbar ist – egal ob ich in die Stadt gehe, in einem Restaurantgarten sitze oder Leute treffe – jeder Moment fühlt sich wie ein Segen an, anstatt wie etwas Alltägliches. Dieses Gefühl will ich nicht verlieren.

Wenn man längere Zeit zu Hause ist, besteht das Risiko, die Perspektive schnell aus den Augen zu verlieren. In den letzten Wochen habe ich die Gelegenheit gehabt, mit so vielen anderen Menschen zu sprechen, die sich auch mit der jetzigen Wirtschaftssituation auseinandersetzen müssen. Es war und bleibt mir enorm wichtig, Momente zu haben, in denen ich realisiere, dass Rückschläge in meinem Leben manchmal nur eine Spiegelung einer seltsamen und schwierigen Welt sind. Jeden Tag im Hub gewinnt jemand wieder an Boden und an Motivation.

Ein Hubonaut zu sein bedeutet, auf diese Motivation zurückgreifen und sie auch wieder zurückgeben zu können, wenn jemanden sie benötigt.

 


Mehr Infos zum Hubonauten-Angebot findest du hier: bern.impacthub.net/hubonauts